Sieg im Schnellverfahren für Gerassimenko / Für Ovtcharov ist alles gut
 
Die Sache ging ganz schnell. Binnen rund 30 Minuten brachte Kirill Gerassimenko sein erstes Einzel bei der WM in Suzhou über die Bühne, und der junge DONIC-Akteur beherrschte seinen Gegner, Linur Citaku aus dem Kosovo, dabei nach Belieben. Mit 4:0 (6,4,2,4) behauptete sich der Kasache souverän und erklärte danach selbstbewusst: „Naja, es war nur die erste Runde. Aber das war ziemlich einfach, es lief gut.” Viel schwieriger wird es für den 18-Jährigen mit den flinken Beinen und der schnellen Vorhand wohl auch morgen nicht. Sein nächster Gegner, Muhamad Ahsraf Haiqal aus Malaysia, hat zwar ebenfalls gegen Citaku gewonnen, mit 4:3 aber nur denkbar knapp. Gerassimenko darf sich also Hoffnungen machen, ins Hauptfeld der besten 128 Spieler einzuziehen.
Um so etwas muss sich DONIC-Star Dima Ovtcharov, bei dieser WM an Position sechs gesetzt, keine Gedanken mehr machen. Sein großes Ziel hier ist ein Medaillengewinn im Einzel, und mit Blick darauf war die Auslosung für den 26-Jährigen nicht gerade glücklich. Nach Setzung würde er im Viertelfinale ausgerechnet auf den Weltranglisten-Ersten Ma Long treffen, den einzigen chinesischen Star, gegen den Ovtcharov bislang noch nie gewonnen hat. „Im ersten Augenblick, in dem die Auslosung kommt, macht man sich natürlich immer Gedanken”, gibt Dima zu, „aber davon habe ich schnell Abstand genommen. Ich darf nicht so viel über den Gegner nachdenken, sondern muss mich auf mich selbst konzentrieren. Wenn ich gut spiele, kann ich weit kommen. Wenn nicht, kann das hier auch ganz schnell vorbei sein.”
Nun, seit sechs Jahren hat sich Ovtcharov bei Weltmeisterschaften als beständig und zuverlässig erwiesen. Seit 2009 erreichte er immer mindestens das Einzel-Achtelfinale, doch diesmal soll es mehr werden. Leicht ist sein Los allerdings schon in den ersten Runden nicht. Einen Sieg gegen einen Qualifikanten in Runde eins vorausgesetzt, trifft er in der zweiten Runde auf Lee Sang Su aus Südkorea, danach auf den talentierten Taiwanesen Huang Sheng Sheng oder den Kämpfer Omar Assar (Ägypten), und unter den besten 16 würde Tang Peng (Hongkong) oder Robert Gardos (Österreich) warten. Das sind mindestens unbequeme, überwiegend aber auch sehr starke Gegner, die er bis zu einem möglichen Viertelfinal-Duell mit Ma Long aus dem Weg räumen muss. Doch DONIC-Star Dima gibt sich gewohnt optimistisch. Er fühle sich wohl in Suzhou, das alles erinnere ihn von den Bedingungen her an die Olympischen Spiele in London, wo er bekanntlich Bronze gewann. Und nach der nachmittäglichen Trainingseinheit mit Timo Boll, die die beiden mit einem kurzen Match beendeten, verkündete Ovtcharov strahlend: „Grad’ hab’ ich 2:1 gegen Timo gewonnen. Es muss also alles gut sein.”

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WM in Suzhou

1:0 für Ovtcharov

 Der Countdown läuft: Am Sonntag beginnen die Individual-Weltmeisterschaften im südchinesischen Suzhou, und während die deutsche Delegation erst am Freitag in China landen wird, ist einer schon da: DONIC-Star Dima Ovtcharov hat bereits am Ort des Geschehens trainiert. Könnte man sich schon vor WM-Beginn einen Vorsprung erarbeiten, so hätte Dima ihn bereits sicher. Der 26-Jährige ist eben mehr als nur gründlich, er ist akribisch. Und er will nichts unversucht lassen, sein nächstes großes Ziel zu erreichen: den Gewinn einer WM-Medaille.

Ovtcharov ist immerhin die Nummer sechs der Setzliste, ganz utopisch ist dieses Unterfangen also nicht. Natürlich weiß er selbst, wie schwierig es wird, an der chinesischen Armada vorbeizukommen, und es warten ja auch noch etliche weitere Weltklassespieler in Suzhou. Er ist der Europameister, doch ihm ist bewusst, dass die Messlatte bei Weltmeisterschaften deutlich höher liegt. „Klar ist es im Vergleich zu einer EM extrem schwierig, weil die Konkurrenz extrem stark ist”, sagt Dima und räumt ein: „Ich kann auch in der Runde der letzten 64 verlieren. Ich fahre aber hin mit dem Ziel, eine Medaille zu gewinnen. Das habe ich vor Olympia in London auch gemacht.“ 

In London hat sich diese Herangehensweise bewährt. Mit zwei Medaillen – Bronze im Einzel und Silber mit dem Team – erntete Ovtcharov dort reichen Lohn für seine harte Arbeit. Und für Suzhou sieht er durchaus Grund zum Optimismus. „Ich hatte zwar nach meinem China-Aufenthalt im letzten Herbst eine kleine Schwäche“, räumt er ein. „Seitdem bis heute stand ich aber bei jedem Turnier im Halbfinale oder Finale, habe für den Verein sehr gute Bilanzen gespielt und fahre entsprechend selbstbewusst zur WM.“ 

Dima ist nicht der einzige Akteur bei diesen Titelkämpfen, den DONIC ausrüstet. Mit dem Chinesen Zhou Yu, der nur im Doppel mit Fan Zhendong antritt, zählt ein weiterer DONIC-Spieler zu den Medaillenanwärtern, und überdies vertrauen der Russe Kirill Skachkov und einige der hoffnungsvollsten Nachwuchsspieler Europas der deutschen Traditionsmarke: Der Pole Jakob Dyjas, der Portugiese Joao Geraldo, und Kirill Gerassimenko aus Kasachstan, alle drei hochbegabte und technisch starke junge Akteure, denen die Zukunft gehört. Medaillen sind für sie in Suzhou noch weit entfernt, doch sie sind schon heute stark genug, um auch den einen oder anderen etablierten Spieler zu gefährden.

DONIC wird ihren Weg begleiten und an dieser Stelle täglich aus Suzhou berichten. Wenn die WM am Sonntag mit den Qualifikationsspielen im Mixed beginnt, geht es für Geraldo und Gerassimenko auch schon los, Für Dima Ovtcharov, der erst am Dienstag in der 1. Hauptrunde ins Geschehen eingreift, wird es dennoch schon am Samstag interessant, denn dann beginnt die Auslosung. Und für alle gilt: Der Countdown läuft.

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Zwei Medaillen für DONIC

 

Bronze im Einzel für Dimitrij Ovtcharov, Silber für Kirill Skachkov im Doppel an der Seite von Alexey Smirnov: Das ist die Ausbeute der DONIC-Stars bei diesen German Open. Für Ovtcharov reichte es gegen Ma Long zwar erneut nicht ganz, doch DONIC-Star Dima zeigte sich nach seiner 2:4-Niederlage erstaunlich zufrieden. „Ich glaube, ich war der erste Spieler hier, der Ma Long Paroli geboten hat”, erklärte der 26-Jährige, „er hat seit einiger Zeit alles sehr hoch gewonnen.” Nicht so gegen Ovtcharov: Der Deutsche ging dank einer starken Leistung mit 2:0 in Führung, überraschte Ma Long dabei immer wieder auch mit starken Vorhand-Flipps, konnte letztlich aber doch nicht alle Chancen nutzen.

„Wenn man verloren hat, ist man natürlich nie ganz zufrieden”, räumte Dima zwar nach der Partie ein, bewertete das Spiel und seine eigene Leistung aber doch positiv: „Ich denke, man hat hier gesehen, dass ich bei weitem nicht mehr so viele Schwächen habe wie früher. Ich kann das Spiel über dem Tisch offen gestalten.”

Das bewies Ovtcharov in Bremen eindrucksvoll. Dass es am Ende trotzdem nicht zum ersten Sieg gegen Ma Long für ihn reichte, nahm er recht gelassen. „Ich werde meine Lehren aus diesem Spiel ziehen”, sagte er und kündigte an: „Bis zur WM kann ich noch ’ne Schippe drauflegen.”

Auch Kirill Skachkov darf zufrieden sein. Zwar gab’s für ihn und Alexey Smirnov nach einem 1:3 im Finale gegen Timo Boll und Patrick Franziska nur Silber, doch nach langer Verletzungspause war dies für ihn ein weiterer Schritt nach vorn.

Den Titel im Herren-Einzel sicherte sich Ma Long durch ein 4:3 über Zhang Jike. Der Weltmeister und Olympiasieger Zhang Jike hatte bereits mit 3:1 nach Sätzen geführt und hatte auch im sechsten Durchgang einen Matchball, doch Ma Long ist derzeit kaum aufzuhalten.

Für die Individual-WM, die in fünf Wochen im südchinesischen Suzhou beginnt, hat sich Dima Ovtcharov ein hohes Ziel gesteckt. Der DONIC-Star will seine erste Einzel-Medaille gewinnen, und die German Open waren mit Blick darauf für ihn kein Dämpfer, sondern eine Ermutigung. „Es sind bei weitem nicht alle Chinesen so stark wie Ma Long”, sagt Dima.

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