Ovtcharov ist Europas König!

Dimitrij Ovtcharov hat es geschafft: Mit einem 4:1-Erfolg über Marcos Freitas im Finale hat der DONIC-Star seinen vor zwei Jahren gewonnen EM-Titel erfolgreich verteidigt. Zuvor hatte der Weltranglistenfünfte schon die Mannschaftskämpfe ohne Niederlage abgeschlossen, nun also auch im Einzel die Bestätigung: Dima Ovtcharov trägt die Krone zurecht – er ist der König Europas!

 

Das Finale war über weite Strecken begeisternd, emotional, beeindruckend und mitreißend – eben ganz Ovtcharov. Die ersten drei Sätze verliefen denkbar knapp, und letztlich war Dimas Satzgewinn zur 2:1-Führung so etwas wie ein Befreiungsschlag. Im vierten Durchgang überrollte der DONIC-Star seinen Gegner regelrecht: 6:1, 7:2, 9:3 und schließlich 11:4 – serienweise schlugen Ovtcharovs Topspins ein, und so stark Freitas auch spielte, gegen diesen Dimitrij Ovtcharov war nun nichts mehr zu machen.

 

„Der dritte Satz war eine Vorentscheidung”, bestätigte der Sieger anschließend und zeigte sich überglücklich und erleichtert: „Das war ein sehr hartes Turnier für mich, am Ende war ich auf dem Zahnfleisch. Marcos hat mir alles abverlangt, aber der Wille war bei mir einfach größer.”

 

Der 27-Jährige überzeugte nicht nur mit seinem Siegeswillen, seiner Dynamik und seiner Durchschlagskraft, er zeigte auch spielerische Fortschritte. Immer wieder variierte er das Tempo klug, immer wieder setzte er den Vorhand-Flip ein, den man von ihm in den letzten Jahren nur sehr selten gesehen hat, und auch mit seinen Vorhand-Aufschlägen brachte Dima seinen Gegner häufig in Schwierigkeiten. Am beeindruckendsten allerdings war wieder einmal Ovtcharovs Rückhand. Der Linkshänder Freitas, der zweifellos einen guten Vorhand-Topspin zieht, hatte auf dieser Diagonalen ein ums andere Mal das Nachsehen: Wenn er Ovtcharovs Rückhand anspielte, kamen von da Topspins, die so druckvoll und dabei so gut platziert waren, dass der Portugiese nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

 

„Ich bin extrem happy”, sagte Dima anschließend und merkte an, er habe dieses Jahr den European Cup, die European Games und nun die Europameisterschaften gewonnen. Eben ganz König von Europa.

 

Im Halbfinale hatte der DONIC-Star Freitas’ Landsmann Tiago Apolonia mit 4:0 überrollt, im Viertelfinale den griechischen Abwehrspieler Panagiotis Gionis mit 4:2 ausgeschaltet. Schon im Achtelfinale gegen den Engländer Liam Pitchford hatte er Schwerstarbeit verrichten müssen und seien Gegner nach dem 4:2-Erfolg in den höchsten Tönen gelobt: „„Ich kann mich nicht erinnern, wann ich gegen einen Europäer ein Spiel auf solch einem hohen Niveau hatte. Das war bisher mein bestes Spiel bei diesem Turnier. Was Pitchford teilweise für Bälle gespielt hat… Ich habe mir nur gesagt: Come on, bleib‘ aggressiv, sonst kannst du das Spiel nicht gewinnen.”

 

Es ist eben dieser Geist, der DONIC-Star Dima auszeichnet und der ihm auch im Finale geholfen hat. Er hat das Sieger-Gen, das ihn auch schwierigste Situationen überstehen lässt. So kann man werden, was er zu Recht ist: Europas König.

 

Dimitrij Ovtcharovs Weg zum Gold:

 

1. Runde

 

Benedek Olah (Finnland) 4:0 (6,6,7,9)

 

2. Runde

 

Anton Kälbern (Schweden) 4:1 (3,-6,4,6,7)

 

Viertelfinale

 

Liam Pitchford (England) 4:2 (-4,7,8,-6,3,4)

 

Halbfinale

 

Tiago Apolonia (Portugal) 4:0 (5,11,9,7)

 

Finale

 

Marcos Freitas (Portugal) 4:1 (12,-9,9,4,6)

 

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