Die Vorfreude der Außenseiter

Schon im Play-off-Halbfinale kommt es am Sonntag zu einer Neuauflage des Endspiels der letzten beiden Jahre. Am Sonntag beginnt um 15 Uhr das Hinspiel zwischen dem deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf und seinem Herausforderer, dem DONIC-Team TTC Fulda-Maberzell. Bitter für die Hessen, die dieses Duell in den letzten Jahren stets verloren haben, so auch im Pokalendspiel im Januar? In Fulda gibt man sich kämpferisch – und sehr optimistisch.

„Dass wir nun schon im Halbfinale auf Düsseldorf tref­fen, ist für uns nach den Erfahrungen der letz­ten Jahre ein gutes Omen”, sagt Ruwen Filus. Und Klubchef Stefan Frauenholz erklärt gelassen: „Um Deutscher Meister zu wer­den, muss man sowieso jedes Team besie­gen. Dann schla­gen wir Düsseldorf eben schon im Halbfinale.”

Tatsächlich kann sich Fulda zumindest eine Außenseiterchance ausrechnen, denn mit Timo Boll, der erkrankt mehrere Wochen nicht trainieren konnte, und dem zuletzt formschwachen Patrick Franziska scheinen zwei Düsseldorfer Spieler nicht in bester Verfassung zu sein. Andererseits hat die Borussia gleich vier Akteure, die überragend gegen Abwehr spielen, und in Fuldas Team stehen nun mal zwei Verteidiger: DONIC-Star Wang Xi und Ruwen Filus.

Ob es zu einer Überraschung kommt, wird sich letztlich aber nicht am Sonntag entscheiden, sondern im Rückspiel in Fulda, das am 24. April um 15 Uhr beginnt.

Dann treffen sich auch der 1. FC Saarbrücken und die TTF Ochsenhausen zum Rückspiel – die erste Partie dieser beiden Play-off-Halbfinalisten findet am Freitagabend (8. April, um 19 Uhr) in Ochsenhausen statt.

Wie hier die Chancen stehen?

„Wir sind ganz klar nicht favorisiert”, sagt Kristijan Pejinovic, „in diesem Halbfinale sehe ich uns als Vierten.”

Das ist keine Tiefstapelei, der Präsident der TTF Ochsenhausen meint das genau so. Sein junges Team habe bei weitem nicht die Erfahrung, über die der Gegner Saarbrücken verfügt, und auch gegen die anderen beiden Halbfinalisten, Düsseldorf und Fulda, hätte Pejinovic seine Mannschaft als Außenseiter gesehen.

Doch im Ochsenhausener Team haben sich einige Akteure glänzend entwickelt, allen voran Simon Gauzy und der DONIC-Star Jakob Dyjas. Das Team hat sogar eine Weile die Bundesliga-Tabelle angeführt, ging nun schließlich aber nur als Dritter in die Play-offs. Pejinovic ist auch damit noch mehr als nur zufrieden. „Primäres Ziel für uns war, überhaupt die Play-offs zu erreichen. Wir sind super stolz, dass wir dass mit einer so jungen Truppe geschafft haben.”

Natürlich, so räumt der Klubchef ein, sei da die heimliche Hoffnung, dass es noch weitergehe: „Wenn man’s so weit geschafft hat, sieht man schon Frankfurt vor sich.” In der Frankfurter Fraport Arena findet am 22. Mai das Finale statt.

Aus seiner Sicht kann sein Team aber in den Halbfinals nur gewinnen. Pejinovics Motto: „Wir genießen das.”

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